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Eine Halbzeit starke Abwehr reicht nicht
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10 Mär
Männer I
Die Handballer des TSV Partenkirchen müssen drei Abgänge verkraften. Das Projekt - Murnau und Partenkirchen schlossen sich zusammen - sei dennoch nicht in Gefahr. Ein Artikel aus dem GAP-Tagblatt
Garmisch-Partenkirchen/Murnau – Die alten Helden sind noch nicht verabschiedet, da hört schon der nächste auf. Für Thomas Stanglmair und Matthias Köglmayr, die beiden Handball-Größen des TSV Murnau, sollte ein Abschiedsspiel stattfinden – optional mit anschließender Feier. Aber Sport und Party sind mit der Corona-Pandemie nicht kompatibel. So warten die beiden Aushängeschilder weiter auf ihren offiziellen Ausstand. Nun können die Murnauer die Abschiedszeremonie gleich erweitern: Mit Michael Ott beendet die nächste Stammkraft – er war Kapitän im Aufstiegsjahr 2020 – seine Laufbahn.
Für die Handball-Spielgemeinschaft aus Murnau und TSV Partenkirchen bricht damit eine erstklassige Option im rechten Rückraum weg. Bei seinem Abgang bleibt’s nicht. Mit Robin Heizmann geht ein weiterer Rückraumspieler nach dem Abschluss an der Schnitzschule weg. Linksaußen Sebastian Hofmann studiert künftig in Regensburg. Zudem wissen die Verantwortlichen noch nicht, wie es bei Jan Goebel, Mihaly Toth und einigen weiteren angehenden Studenten weitergeht.
„Das sind Dinge, die traurig stimmen“, sagt Hannes Bräu, die Stimme des TSV Partenkirchen in diesen Tagen. Er und seine Kollegen haben schon Probleme genug, den Verein durch die Coronakrise zu lenken. Der Co-Trainer betont aber auch: „Sie zerstören das Projekt nicht.“ Der TSVP wird auch in der nächsten Saison zwei Mannschaften in der Bezirksliga und Bezirksklasse stellen. Der Großteil hat Lust, macht weiter und hält sich derzeit in den Bergen und auf den Feldwegen der Region fit für den Tag X, an dem wieder an Handball in der Halle zu denken ist. Bei Coach Maximilian Dück ist die Motivation für die nächste Saison bereits „am Anschlag“, wie er sagt. Zu keinem Zeitpunkt habe er daran gedacht, sich vom gemeinsamen Projekt abzuwenden. Bitter sei bloß, „dass wir nochmals in der Bezirksliga antreten müssen“. Bereits an den ersten Spieltagen hatte sich gezeigt, wie überlegen die Fusion aus Murnauer und Partenkirchner Handballer ist. Erste Pläne für die Vorbereitung haben die Macher bereits erarbeitet.
„Wenn’s im Juni geht, werden wir im Juni anfangen“, betont Dück. Die Lücken, die vor allem Ott und Heizmann reißen, sollen die eigenen Männer schließen. An Transfers denkt im Februar noch keiner. Damit wird man sich erst befassen, wenn klar wird, welche Vereine die Pandemiepause überstanden haben und welche eben nicht. Dück hofft bloß, dass seine Schützlinge auch die Motivation aufbringen, in die neuen Rollen zu treten. Alles andere als optimal ist die Lage im Rückraum. Mit Ott geht ein torgefährlicher Linkshänder. „Mir tut’s total weh. So ein Spielertyp passt brutal zum Verein“, sagt Bräu über den Peißenberger. Seine vielen Verletzungen (Kreuzband, Schulter) haben sich aber zu einem Ballast aufgestaut, den Ott nicht mehr tragen möchte. Bräu könnte sich aber vorstellen, ihn im Trainerteam zu integrieren. Er wird das demnächst mit Ott besprechen. Heizmann – „eine absolute Bombe“ (Bräu) – kehrt nach zwei Jahren Schnitzschule in seine Heimat Baden-Württemberg zurück. Hofmann hat immerhin angekündigt, auszuhelfen, wann immer es geht. Goebel und seine Familie haben noch nicht entschieden, ob sie in der Region bleiben oder nach Franken ziehen. Unabhängig davon möchten Dück und Bräu einige A-Junioren und auch die talentierten Bayernliga-B-Jugendlichen ins Training einbinden. „Die hätte ich gerne dabei“, sagt der Coach.
Es gibt in diesen Tagen aber auch erfreuliche Nachrichten beim TSVP. Der Verein hat die Kabinen im Olympia-Eissportzentrum hergerichtet. Demnächst packen die Verantwortlichen die Gestaltung eines Fitness- und Kraftraums an. Hannes Bräu sagt: „Die Bedingungen werden immer besser.“
(Text und Bild Andreas Mayr/GAP-Tagblatt)
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