11 Okt
Eine Halbzeit starke Abwehr reicht nicht
Partenkirchens Männer 1 halten 45 Minuten mit Landsberg mit und brechen dann ein - Widenmayer: "Uns fehlt einfach die Breite."

22 Nov
Männer I
33:40 - Partenkirchens Handballmänner liefern gegen Landsberg ihre bisher schwächste Saisonleistung ab und enttäuschen vor allem in der zweiten Halbzeit auf ganzer Linie
So richtig lange wollte Christoph Widenmayer nicht in der Halle bleiben. Nur raus, einfach raus. Wer den Chefcoach der Männer 1 kennt, der weiß: Den bringt eigentlich so schnell nichts aus der Fassung. An diesem Heimspieltag wurde er aber mal richtig laut. Nicht nur in der Auszeit vor der Pause sondern auch in der Kabine. Beim Stande von 18:19 lieferte sein Team eine äußerst durchschnittliche Leistung gegen einen Gegner ab, der mit einem recht knapp bemessenen aber doch qualitativ hochwertigen Kader angereist war. "Wir sind nicht immer ganz bei der Sache." Das stört Widenmayer. Statt einer deutlichen Führung bescherte man den Gästen aus Landsberg immer wieder sehr leichte Tore, indem man technische Fehler produzierte. Es war die eigene Unfähigkeit, die Widenmayer zur Halbzeit fast explodieren ließ. Er forderte eine Antwort und wurde dann bitter enttäuscht: Bis Mitte der zweiten Halbzeit blieb Partenkirchen immer in Schlagdistanz, ehe die Abwehrarbeit nachließ, man weniger konsequent agierte und vorne das Tor nicht mehr traf. Hinzu kam eine Rote Karte gegen Max Wasielewski nach der dritten Zeitstrafe, zehn Minuten vor Ende. Partenkirchen hatte sich aufgegeben. Widenmayer ließ die ran, die noch nicht durften und forderte vor den knapp 200 Zuschauern ein versöhnliches Ende mit viel Einsatz. So richtig nachgekommen ist sein Team diesem Wunsch nicht. 33:40 stand es am Ende auf der Anzeigetafel. 40 Gegentore sind wahrlich eine Partenkirchner Seltenheit und sicher ein Teil des derzeitigen Problems.
Gerade die Abwehr steht nicht immer Sattelfest. 35 Gegentore in Gilching, 40 nun gegen Landsberg - egal ob 6:0-Deckung oder offensiver mit der 3:2:1-Deckung. Nur phasenweise bekommt der TSVP überhaupt Zugriff. Viel entscheidender ist jedoch etwas anderes. Die Krise der Handballmänner ist auch eine Krise der Leistungsträger. Torhüter Lucas Scheffler nähert sich seiner Bestform, ist aber noch nicht da, wo er sein könnte. Max Wasielewski hadert zu sehr mit sich selbst und dem Schiedsrichter, während Valentin Müllers Leistungen noch zu unstetig sind. Sebastian Hofmann war nach dem Topauftritt in Gilching gleich mal wieder verletzt auf der Bank. Ein dritter Punkt ist die Einsatzbereitschaft in Bezug auf Training. "Die Fehler, die wir heute machen sind auch auf mangelndes Training zurückzuführen", kritisiert Widenmayer. Zwei Übungseinheiten pro Woche bekommen nicht immer alle hin. "Das fehlt uns einfach, die Routine." Im Angriff spiele man oft zu kompliziert, hinten fehle die Abstimmung. Baustellen, an denen Widenmayer schon länger arbeitet, aber noch keine Lösung findet.
Bleibt die Hoffnung, das vor Weihnachten einfach mal der Knoten platzt und man einen befreienden Sieg holt. "Für unsere Mentalität wäre das jetzt sehr wichtig", gesteht Widenmayer, der aber auch weiß: "Unsere Krise ist eine sportliche. Das Team ist voll intakt, die Stimmung nicht einmal schlecht."
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