11 Okt
Eine Halbzeit starke Abwehr reicht nicht
Partenkirchens Männer 1 halten 45 Minuten mit Landsberg mit und brechen dann ein - Widenmayer: "Uns fehlt einfach die Breite."

13 Jan
Männer I
Partenkirchens Männer können das Oberland-Derby gegen Weilheim dank neuem Elan und neuer Taktik mit 35:32 für sich entscheiden - Saisonaus für Valentin Müller
Garmisch-Partenkirchen
– Sogar Valentin Müller ist zu später Stunde nochmals in der Halle aufgetaucht, um mit den Kollegen zu feiern. Mit Krücken und Verband und einer weiteren Botschaft des Schreckens. Nach Sebastian Hofmann fällt auch er mit einem Achillessehnenriss für wohl etwa ein Jahr aus. Beim TSV Partenkirchen wissen sie auch nicht, was sie verbrochen haben, dass ihnen derlei Unheil widerfährt. Besonders schwer zu glauben: Die Situation, die zur Verletzung führte, ereignete sich am exakt selben Ort wie in Hofmanns Fall. „Wahrscheinlich nur Zufall“, sagt Christoph Widenmayer. Während die etwa 250 Zuschauer dem Zustand der Ekstase nahe waren, relativierte der Coach dagegen die große Sensation des Abends.Der bislang sieglose TSVP holt ausgerechnet im Oberlandderby gegen Favorit Weilheim seinen ersten Sieg (35:32). Im Angesicht von Müllers unfassbarem Schicksal sagt Widenmayer trotzdem: „Es ist kein Muss, dass wir die Klasse halten. Wir müssen die Prioritäten neu ordnen.“ Schwer vorzustellen, dass die Partenkirchner, die ohnehin sehr abhängig von ihren Top-Leuten sind, den langfristigen Ausfall von zwei Leistungsträgern ausgleichen können. Vielleicht ja mit einer ähnlichen Volte wie am Samstag. Die Partenkirchner überrumpelten ihre Gegner mit einem taktischen Taschenspielertrick, von dem nicht mal Widenmayer weiß, ob es ihn in ähnlicher Form schon einmal gegeben hat. Das komplette Spiel über tauschten die „Roten Rebellen“ im Angriff ihren Torwart gegen einen siebten Feldspieler aus, erzwangen so ständig ein Überzahlspiel und hebelten damit geschickt Weilheims aggressive 3:3-Abwehr aus. Beide Torhüter streicht der Coach heraus, weil die „zum ersten Mal in ihrem Leben laufen mussten – die haben beide geflucht“, sagt Widenmayer.
Freilich profitierte der TSVP auch von Weilheims Schusseligkeit. Gleich zehn Mal warfen die Gäste den Ball am leeren Tor vorbei, nur in vier Szenen kassierte Partenkirchen einen Gegentreffer. „Alle waren überrascht, auch die Zuschauer. Aber es hat gut funktioniert.“ Gemeinsam mit Andreas Simon hatte der Coach an diesem riskanten Wettspiel getüftelt – und gewonnen. Besonders auffällig: Michel Neuhaus mit elf Treffern und fast keinem Fehlwurf. „Überragendes Spiel.“ Auch am Ende, als es ziemlich hektisch wurde wegen vieler Strafzeiten, brach der TSVP nicht ein, sondern verwandelte die Halle in ein Tollhaus. Widenmayer schwärmt: „Die hat uns zum Sieg getragen.“ (Andreas Mayr/GAP-Tagblatt)
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